Leider hat die Saison 2009 für mich nicht so gut angefangen. Nach früher Anfahrt mit kurzem Stau vor dem Eingang zur Strecke lief alles nach Plan. Die nette Dame mit dem Dezibel-Messgerät war guter Laune, wir hatten einen super Stellplatz gleich neben der letzten Steckdose und Freunde vom Barcelona-Event letzten Dezember waren auch vor Ort (diese Beziehung erweist sich als sehr nützlich). Nach kurzer Aufbauphase war alles bereit für den ersten Turn.
Also Lederkombi an, Helm auf, Handschuhe drüber, Heizdecken weg und auf den Bock gehockt. Das Moped vermittelte in Kombination mit den vorgeheizten Slickreifen sofort ein sicheres Gefühl. Es ging gleich zügig los. Die Streckenführung vor der langen Geraden ist nun auch viel besser geworden, der rechtwinklige Knick ist einer
sanften Rundung gewichen. Nach 20 Minuten war es schon wieder vorbei und wir mussten der nächsten Gruppe Platz machen. Zurück in der Box kochte das Adrenalin förmlich in meinen Adern. Ich kann mich definitiv als Mopedjunkie bezeichnen. Ist aber auch wirklich geil!
Nach einer 40-minütigen Pause wieder das gleiche Spiel mit Kombi, Helm und Handschuhen. Wieder gingen die ersten Runden wunderbar. Nach dem problematischen Überholen einer Dreiergruppe wollte ich, ein wenig genervt, noch einen weiteren Fahrer so schnell, schnell aussen rum überholen. Leider habe ich zu wenig an die schmutzigere Aussenbahn gedacht. Voller Elan ging es an der Ducati vorbei und mit zügiger Drosselklappenstellung in voller Schräglage in die nächste Gerade. Es kam was kommen
musste. Das Heck brach aus, der Reifen griff wieder, der Gaul katapultierte mich gen Himmel und die Schwerkraft holte mich mit einem harten Schlag auf die rechte Seite zurück auf die Piste. Nach einer längeren Rutschpartie vor meiner Maschine kam ich dann im Gras zum Stehen. Moped aufgestellt, an den Rand geschoben und hinter der Abschrankung auf den Besenwagen gewartet. Dabei fiel mir ein meine Knochen auf evtl. Brüche zu überprüfen. Nix da, alles heil. Zum Glück hatte ich auch noch keine Schmerzen. Noch nicht.
Mit dem Besenwagen ging es zurück zur Box. Nach einer
kurzen Begutachtung des Schadens war für mich der Tag bereits gelaufen, dachte ich. Dank der Hilfe an Schrauberarbeit und Ersatzteilen durch Ivo flammte neue Hoffnung auf.




Vielen Dank Ivo für die super Unterstützung! Ich hoffe ich kann mich in Magny Cours bei Dir revanchieren. Nach zweistündiger Schraubarbeit war es Zeit den Bauch mit etwas Energie zu füllen. Freundlicherweise kümmerten sich Patrick und Kathrin um die Verpflegung die sehr gut schmeckte und genau zum richtigen Zeitpunkt bereit stand.

Nach der Stärkung konnten wir uns auch schon wieder für den nächsten Turn bereit machen. Wieder das gleich Spiel mit Kombi und so. Motor starten und kurze Zeit warm laufen lassen. Nach zwei Minuten zogen erneut Wolken auf: das Moped verlor Kühlwasser, das sich unter der Maschine in einer Pfütze sammelte. Grrrrrr. Also Imbus her, Schrauben raus. Zum Glück war es nur eine Pride, die sich durch den Sturz löste. Pride angezogen, erneut Motor gestartet, und: dicht! Also los auf den Bock und ab auf die Piste. Aber halt, was ist das? Ich kriege kaum mein rechtes Bein auf den Bock weil mittlerweilen die gesamte rechte Seite schmerzt. Aua. Nun heisst es auf die Zähne beissen und drauf.
Die letzten drei Turns verliefen ohne Zwischenfälle und waren einfach nur super. Sodass wir gegen fünf Uhr Abends das Verladen beginnen konnten und mit einem kühlen Blonden abschlossen. Ein lehrreicher Tag geht zu Ende.
Am Dienstag, 14.4. geht's wieder auf die Piste, yeaaaaah!